Einführung
Der Erfolg der Regionalpolitik der EU hat weltweites Interesse geweckt. Insbesondere aufstrebende Wirtschaftsmächte, wie China und Brasilien, wollen von diesem einmaligen und innovativen Instrument lernen. Die Regionalpolitik hilft den schwächeren Regionen, sich schneller zu entwickeln sowie allen Regionen gemeinsam ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Die Regionalpolitik bietet aber auch öffentlichen Einrichtungen und Nicht-Regierungsorganisationen eine breite Palette an Möglichkeiten, Aktionen und Initiativen direkt im Rahmen der strategischen Prioritäten der EU durchzuführen. Obwohl jeder die Strukturfonds kennt, mag es jedoch für prospektive NutznießerInnen oft schwierig sein, sich im Bewerbungs- und Antragsverfahren dieses 348-Milliarden-Euro-Politikbereiches zurechtzufinden. Kleine Hilfestellungen können diesen Prozess jedoch erheblich erleichtern. Die Regionalpolitik wurde für den Zeitraum 2007-2013 auf verschiedenen Ebenen erheblich vereinfacht. Sie hat jetzt nur noch drei übergeordnete Ziele und drei Hauptfonds. Sie ist auch dezentralisierter als vorher. Operative Programme werden nun in den Mitgliedstaaten auf nationaler bzw. regionaler Ebene verwaltet und haben so größtmögliche Relevanz für und Nähe zum/zur BürgerIn. Verstärkter Nachdruck wurde auch auf Information und Transparenz gelegt.
‘Durchführungsverordnung’ der Kommission für die Strukturfonds (Verordnung 1828/2006)
Artikel 5.2
Maßnahmen zur Information potenzieller Nutznießer
“Die Verwaltungsbehörde informiert die potenziellen Begünstigten klar und detailliert über mindestens Folgendes:
a) die Förderbedingungen, die erfüllt sein müssen, um eine Finanzierung im Rahmen eines operationellen Programms erhalten zu können;
b) eine Beschreibung der Verfahren für die Prüfung der Finanzierungsanträge mit Angabe der betreffenden Fristen;
c) die Kriterien für die Auswahl und Bewertung der zu finanzierenden Vorhaben;
d) Ansprechpartner auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene, die Informationen über die operationellen Programme geben können.“

Um Fördermittel im Rahmen der Regionalpolitik der EU zu erhalten, muss ein Projekt die Förderkriterien von operativen Programmen im Rahmen eines der drei Hauptziele erfüllen: Konvergenz, Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung oder Territoriale Zusammenarbeit. Vor dem Einreichen der Bewerbung muss ermittelt werden, in welche Zielsetzung sowie in welches operative Programm und in welche spezielle Priorität (falls dies zutrifft) das jeweilige Projekt fällt. Dies kann sich für einzelne Organisationen bzw. Institutionen, die wenig oder gar keine Erfahrung mit EU-Förderung haben, als schwierig herausstellen.
Wie bewirbt man sich?