Der Kohäsionsfonds
war das Geisteskind des Vertrags über die Europäische Union von 1992. Seine Zielsetzung war, die ärmsten Mitgliedstaaten bei der Entwicklung ihrer Infrastruktur zu unterstützen, ihnen zu helfen die strengen Umweltrichtlinien der EU zu erfüllen und gleichzeitig die öffentliche Verschuldung der Mitgliedstaaten im Rahmen zu halten (ein wichtiges Kriterium für den Beitritt zur Gemeinschaftswährung).
Die Zielsetzung des Kohäsionsfonds, der offiziell im April 1994 eingerichtet wurde, war es, Projekte in zwei Bereichen zu unterstützen: Transport und Umwelt.
Die Projekte umfassten u. a. den Bau von wichtigen Verkehrsstraßen und Brücken, Verbesserungen des Schienennetzes, den Ausbau der Flughäfen, die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser und die Aufarbeitung und Aufbereitung von Abfall und Abwasser. Obwohl er nicht als Strukturfonds betrachtet wird, wurde der Kohäsionsfonds im Laufe der Reformen, die 2007 in Kraft traten, denselben Programm-, Verwaltungs- und Kontrollbestimmungen untergeordnet wie der Europäische Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und der Europäische Sozialfonds (ESF).
Er verfügt jedoch über separate Förderkriterien. Die ursprünglichen Nutznießer dieses Fonds waren Spanien, Portugal, Griechenland und Irland. Der rasante Anstieg des Lebensstandards in Irland und der kürzliche Beitritt ärmerer Staaten bedeutet aber, dass sich der Fonds nun fast ausschließlich auf die neuen Mitgliedsländer konzentriert.

Der Kohäsionsfonds fällt ausschließlich in den Bereich des Konvergenzziels der Regionalpolitik und erhält ungefähr 25 % seiner Mittel. Dies entspricht 59,4 Mrd. EUR für den Zeitraum 2007-2013, berechnet am Preisniveau von 2004.