Einführung
Die Europäische Union ist eine der wohlhabendsten Regionen der Welt. Innerhalb ihrer Grenzen ist der Wohlstand jedoch ungleich verteilt. Obgleich es schon immer Unterschiede zwischen den reichsten und den ärmsten Regionen in der EU gegeben hat – was die Gesamtdynamik der EU beeinträchtigt –, haben sich diese Unterschiede mit den jüngsten Erweiterungen von 2004 und 2007 noch verstärkt. Das pro-Kopf-BIP von Europas reichster Region (dem Stadtgebiet London) ist jetzt neunmal höher als das der ärmsten Regionen in den neuen Mitgliedstaaten.
Hauptziel der Regionalpolitik, welche auf dem Solidaritätsprinzip basiert, ist es, diese strukturellen Unterschiede zu verringern und den Gesamtzusammenhalt der EU zu verbessern. Dies kommt jedoch nicht einer „Wohltätigkeitsstiftung“ gleich, welche lediglich finanzielle Mittel von den wohlhabenden zu den weniger wohlhabenden Regionen umverteilt. Die Mittel werden gezielt dazu verwendet, die Voraussetzungen zu schaffen, die zur Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen notwendig sind: Verbesserung der Verkehrsverbindungen in entlegene Regionen, Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen in benachteiligten Gegenden sowie notwendige Verbesserungen im Bereich Wissen und Fähigkeiten. Diese Konzentration auf Wachstum und Arbeitsplätze hilft nicht nur den am meisten benachteiligten Regionen, ihre Wirtschaft weiterzuentwickeln und ihre relative Armut zu überwinden, sondern wirkt sich auch durch eine Reihe positiver Effekte, die auf die Verminderung regionaler Wohlstandsunterschiede zurückzuführen sind, positiv auf die gesamte EU aus.

Für den Zeitraum 2007-2013 stellen die Mittel für die Regionalpolitik den zweitgrößten Posten im Budget der EU dar. Unter der Überschrift „Kohäsionspolitik im Dienste von Wachstum und Beschäftigung“ verfügen sie über eine Bewilligung im Umfang von insgesamt 348 Mrd. EUR (was 308 Mrd. EUR auf dem Preisniveau von 2004 entspricht). Diese Mittelzuweisung wird nur noch von der Haushaltsposition über die Bewahrung und Erhaltung der natürlichen Ressourcen (einschließlich der Landwirtschaft) übertroffen.