Einführung
Die europäische Regionalpolitik hat sich im Laufe der Jahre entwickelt und verändert, um neuen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können. Die bisher letzte Reform (die insgesamt vierte) betrifft die Jahre 2007-2013 und deckt sich mit dem Zeitraum des siebenjährigen Finanzrahmens der EU („Finanzielle Vorausschau").
Sie ist das Ergebnis einer breit angelegten Diskussion von 2001 bis 2003 zwischen der Kommission, den Mitgliedstaaten und den Regionen, welche zum Dritten Bericht über den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt führte.
Das neue „Gesicht“ der Regionalpolitik trägt den veränderten Gegebenheiten in der auf 27 Mitglieder erweiterten Europäischen Union Rechnung und versucht den Zielen Wachstum und Beschäftigung in der EU besser gerecht zu werden.
Die Regionalpolitik für den Zeitraum 2007-2013 soll 2,5 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen und das Wachstum in wirtschaftlich schwachen Regionen um bis zu 10 % ankurbeln. Sie ist eine einfachere und zielgerichtetere Kohäsionspolitik mit einer vereinfachten Struktur, weniger Zielsetzungen und weniger Bürokratie "vor Ort".
Regionalpolitik oder Kohäsionspolitik?
Die Begriffe „Regionalpolitik“ und „Kohäsionspolitik“ werden häufig synonym verwendet, um die Maßnahmen der EU zur Bekämpfung der Ungleichheiten zwischen den reichsten und den ärmsten Regionen zu bezeichnen. Verwirrend mag erscheinen, dass der „Kohäsionsfonds“ nur eines der Finanzierungsinstrumente zur Unterstützung von Maßnahmen der Regionalpolitik und der Kohäsionspolitik ist.
Der Fonds wurde 1993 eingerichtet, um Umwelt- und Transportprojekte in den ärmsten Mitgliedstaaten (mit weniger als 90 % des „pro Kopf“-BIP der EU) zu finanzieren. Der Kohäsionsfonds wird nicht zu den Strukturfonds gerechnet. Die anderen zwei Finanzierungsinstrumente der Regionalpolitik sind dagegen Strukturfonds: der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Europäische Sozialfonds (ESF).

In der Programmperiode 2000-2006 umfasste die europäische Regionalpolitik drei Ziele, verschiedene Gemeinschaftsinitiativen und sechs Finanzierungsinstrumente:
Die Struktur der Regionalpolitik für den Zeitraum 2007-2013 bündelt sich in drei übergeordneten Zielen sowie drei Finanzierungsinstrumenten und spiegelt die prioritären Zielsetzungen der Lissabon- und Göteborg-Strategien wider (Wachstum und Arbeit bzw. nachhaltige Entwicklung). Die Mittel für Regionalpolitik machen 35,7 % des gesamten EU-Haushalts in diesem Zeitraum aus. Dies entspricht 347,41 Mrd. EUR (das sind 308 Mrd. EUR - bezogen auf das Preisniveau von 2004).